Konflikten aus dem Weg gehen – oder daran wachsen

Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einer Hundetrainerin, die jede Form von Begrenzung ablehnt. Sie arbeitet im Tierheim und ausschliesslich mit positiver Verstärkung. Mir ist wichtig, das gleich klarzustellen: Es geht mir hier nicht darum, das als gut oder schlecht zu bewerten. Diese Trainerin möchte genau das Gleiche wie ich. Sie möchte Hunden helfen. Sie möchte Menschen helfen, mit ihren Hunden ein besseres Team zu werden. Wir arbeiten aus der gleichen Intention. Aus dem Herzen. Mit Leidenschaft und Motivation. Und trotzdem wurde mir in diesem Gespräch etwas sehr Grundlegendes nochmals bewusst.

Zwei Wege, mit Herausforderungen umzugehen

Im Kern gibt es zwei grundsätzliche Wege. Der erste Weg ist, alle Unannehmlichkeiten möglichst zu vermeiden. Schwierige Situationen werden umschifft. Alles, was für den Hund Stress oder Unbehagen auslösen könnte, wird aus dem Alltag so gut es geht entfernt. Der Hund soll es so angenehm und stressfrei wie möglich haben. Im Grunde ist das ein Ausweichen vor Konflikten. Nicht, weil man etwas falsch machen will. Sondern weil Konflikte als grundsätzlich negativ wahrgenommen werden. Nochmals: Das ist keine Wertung. Es ist einfach eine Beschreibung dieses Weges.

Der zweite Weg

Der zweite Weg ist unbequemer. Er bedeutet, sich Konflikten zu stellen. Sich Situationen auszusetzen, die herausfordernd sind. Für den Hund. Und für den Menschen. Dieser Weg akzeptiert, dass Lernen und Entwicklung nicht in der Komfortzone stattfinden. Ja, das kann Stress sein. Ja, das kann unangenehm sein. Ja, das verlangt viel von Mensch und Hund. Aber genau dort entsteht echter Fortschritt.

Was das wirklich ist: eine Lebenseinstellung

Diese zwei Wege haben im Kern nicht einmal primär mit Hundetraining zu tun. Sie sind zwei unterschiedliche Lebenseinstellungen. Beim Hund wird diese Haltung einfach sichtbar. Ich habe mich für mich entschieden, Probleme an der Wurzel anzupacken. Ich habe mich entschieden, auch selbst aus meiner Komfortzone zu gehen. Mich Situationen auszusetzen, die nicht einfach sind. Mit dem Wissen, dass ich genau dort wachse. Und dass Hunde genau dort lernen. Das ist nicht der angenehmere Weg. Aber es ist der zielführende.

Was das konkret im Alltag bedeutet

Der Weg des Ausweichens kann zum Beispiel so aussehen: Jedes Mal den Weg wechseln, wenn ein anderer Hund kommt. Nie ohne Hund weggehen, weil Alleinbleiben schwierig ist. Den Alltag so umbauen, dass Konflikte gar nicht erst entstehen. Auch das ist ein Weg. Der andere Weg bedeutet: Schritt für Schritt lernen, Hundebegegnungen zu meistern. Alleinbleiben aufzubauen. Den Hund zu befähigen, mit dem echten Leben klarzukommen.

Deine Entscheidung zählt

Am Ende geht es nicht um richtig oder falsch. Es geht darum, was du willst. Willst du Konflikten aus dem Weg gehen? Oder willst du lernen, sie zu bewältigen? Beides ist eine Entscheidung. Nichts ist in Stein gemeisselt. Man darf ausprobieren, umdenken, neu wählen. Wichtig ist nur, dass du ehrlich zu dir bist. Und dass dein Weg zu deinem Ziel passt.

Wenn du spürst, dass du nicht mehr ausweichen möchtest, sondern lernen willst, wie du und dein Hund mit Herausforderungen wachsen können, dann begleite ich dich gerne dabei.

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Meinungen in der Hundewelt – und warum das Ziel entscheidet